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Bereits vor 100 Jahren bescherte René Lalique dem verträumten elsässischen Örtchen Wingen-sur-Moder mit dem Bau seiner Glasmanufaktur wirtschaftlichen Aufschwung. Heute bringt die glamouröse Welt aus Glas und Kristall weltmännisches Flair und einen kulinarischen Hotspot in die ländliche Region.

Das einstige Wohnhaus, das der Glaskünstler und Unternehmer René Lalique für seine Familie erbauen ließ, erweckte Silvio Denz, CEO der Lalique Gruppe, 2015 aus seinem Dornröschenschlaf.

Aus der Vogelperspektive ist das Ensemble auszumachen. Die Villa René Lalique und das Fine-Dining Restaurant links neben der Villa
Aus der Vogelperspektive ist das Ensemble auszumachen. Die Villa René Lalique und das gleichnamige Fine-Dining Restaurant links neben der Villa / © Redaktion FrontRowSociety.net

Eingebettet in die sanfte Hügellandschaft der nördlichen Vogesen liegt das historische Anwesen, das man zu dem stilvollen 5 Sterne Hotel Villa René Lalique gestaltete. Lediglich sechs luxuriöse Suiten empfangen Gäste, die ihren Aufenthalt mit einem kulinarischen Abenteuer in dem gleichnamigen Restaurant verbinden.

Hereinspaziert - in die Villa René Lalique bzw. in das 2 Sterne Restaurant
Hereinspaziert – in die Villa René Lalique bzw. in das 2 Sterne Restaurant / © Redaktion FrontRowSociety.net

Gastronomischer Glanzpunkt

An das schicke Fachwerkhaus aus dem letzten Jahrhundert reiht sich ein futuristischer Anbau, der Restaurant sowie Küche beherbergt. Der renommierte Schweizer Architekt Mario Botta realisierte den Bau aus Glas und rotem Sandstein. Beides trägt Symbolik in sich, steht doch Glas und Kristall als Synonym für Lalique, während der typische rote Sandstein der Nordvogesen die Verbundenheit mit der Region ausdrückt.

Allabendlich erstrahlt das 2 Sterne Restaurant in bezaubernder Beleuchtung
Allabendlich erscheint das 2 Sterne Restaurant ansprechend illuminiert / © Redaktion FrontRowSociety.net

Die Natur selbst war Lalique’s größte Inspirationsquelle und so erscheinen die Übergänge zwischen Innen und Außen fließend. Dabei fügt sich das Grün des Parks harmonisch zu dem Interieur. Das Kristall aus der Manufaktur Lalique, die sich nur wenige hundert Meter vom Restaurant entfernt befindet, ist allgegenwärtig.

Vor dem Hintergrund des Schaffens von Lalique, wirkt dieser Rahmen edel, statt aufgesetzt. Gerade Linien stellen Symmetrie und Ästhetik her. Es ist zu merken, dass hier nichts dem Zufall überlassen wurde. Jedes Detail ist wohl platziert.

2 Sterne Restaurant Villa René Lalique: Raumhohe Glasfronten transportieren Lalique’s Inspirationsquelle – die Natur – in den Raum / © Redaktion FrontRowSociety.net
Die Tischkultur von Lalique unterstreicht den edlen Charakter des Restaurants / © Redaktion FrontRowSociety.net

Leiter des Restaurants ist Patrick Meyer. Täglich vollführt er mit seinem Team Service par excellence, der eher einer Choreografie gleicht. Minutiös getaktet scheint man hier keine Hektik zu kennen. In der Villa René Lalique ist der Service das Bühnenstück, vor der Kulisse einer großartigen Küche.

Leiter des Restaurants ist Patrick Meyer (re.), hier im Gespräch mit Annett Conrad (li.)
Leiter des Restaurants ist Patrick Meyer (re.), hier im Gespräch mit Annett Conrad (li.) / © Redaktion FrpntRowSociety.net

Protagonisten der Kulinarik

Silvio Denz verpflichtete den Elsässer Chef Jean-Georges Klein für sein Vorhaben, der bis dahin auf 3 Sterne Niveau kochte. Und direkt nach der Eröffnung vergaben die Inspektoren des Guide Michelin 2 Sterne für die Kulinarik in der Villa René Lalique. Seit 2017 steht ihm sein früherer Sous-Chef Paul Stradner zur Seite, der im Restaurant Brenners Park – im 5 Sterne Brenners Park-Hotel & Spa in Baden-Baden beheimatet – 2 Michelin Sterne erkochte.

Erfolgreiches Duo: Paul Stradner (li.) und Jean-George Klein (re.) / © Redaktion FrontRowSociety.net

Lediglich 25 Kilometer von Winger-sur-Moder entfernt liegt die Heimat von Jean-George Klein. Das Hotel und Restaurant L’Arnsbourg gehörte bereits seiner Großmutter, das unter der Führung vom Jean-Georges Mutter zu einem Mekka für Feinschmecker wurde.

17 Jahre arbeitete er als Restaurantleiter, bis ihn dann das Schicksal in die Küche verschlug. Umso erstaunlicher ist der Erfolg von Jean-Georges Klein. Der Autodidakt wurde 2008 zum besten französischen Koch gekürt. Michelin bestätigte sein Können mit einem Stern, nur ein Jahr nachdem er vom Restaurant in die Küche wechselte.

Unter den Fittichen von Pierre Gagnaire entwickelte Jean-George eine eigene Handschrift, die er immer noch als bodenständig beschreibt. Nach seiner Visite bei Ferran Adrià in Spanien experimentierte er mit der Molekularküche. Noch heute sind diese Elemente in Form von Gel, Espuma oder der Sous-vide-Technik Bestandteil seiner Küche.

Der sympathische Elsässer Jean-George Klein gehört zu den besten Köchen Frankreichs und ist trotz zahlreicher Lorbeeren bodenständig geblieben / © Redaktion FrontRowSociety.net

Im Jahr 2002 baute der ambitionierte Spitzenkoch Küche und Restaurant der L’Arnsbourg radikal um, was sogleich mit 3 Michelin Sternen belohnt wurde. 2015 führte ihn dann sein Weg in die Villa René Lalique, wo er mit nicht weniger Engagement und Leidenschaft hinter dem Herd steht.

In dem Österreicher Paul Stradner fand Klein einen gleichberechtigten Partner auf Augenhöhe. Beide schätzen die Arbeit des anderen und bringen einander weiter. Bereits im 3 Sterne Restaurant L’Arnsbourg waren sie ein eingespieltes Team und sehen heute ihre Gerichte als Ideenfusion.

Spitzenkoch Paul Stradner (re.) im Gespräch mit Redakteurin Annett Conrad
Spitzenkoch Paul Stradner (re.) im Gespräch mit Redakteurin Annett Conrad: Paul wuchs auf einem Bauernhof in der Steiermark auf, den heute sein Bruder weiterführt / © Redaktion FrontRowSociety.net

Nach der Ausbildung zum Koch – damals war an Sterneküche nicht zu denken – ging sein Weg jedoch genau in diese Richtung. Auch er verdiente sich seine Sporen in der Kaderschmiede der Haute Cuisine, der Schwarzwaldstube im Hotel Traube Tonbach in Baiersbronn, bevor er im Elsass unter Vertrag ging.

In Baden-Baden bewies Paul Stradner, dass er beruflich gewachsen ist. Doch der Ruf Jean-Georges Kleins lockte den Familienvater erneut ins Elsass, in die exklusive Villa René Lalique.

Paul Stradner kann sich in der Villa René Lalique voll entfalten und gemeinsam mit Jean-Georges Klein am dritten Stern arbeiten / © Redaktion FrontRowSociety.net

Wingen-sur-Moder kann man sich nur schlecht als place to be vorstellen, doch für Freunde der gehobenen Küche wurde der verschlafene Ort zum Lieblingsplatz. Beständig ist das Restaurant ausgebucht, sowohl zum Lunch, als auch zum Dinner. Man könnte ja denken, die Franzosen verstehen mehr von gutem Essen, als manch andere Nationen, doch bleibt die Gästeschar in der Villa gemischt.

Es sind selbstverständlich deutsche Gäste anzutreffen, die sich neben Gourmets aus Frankreich, Österreich und der Schweiz reihen. Für viele ist der Standort des Duos Klein-Stradner nicht zu entlegen, schließlich verfügt die Villa René Lalique über einen eigenen Hubschrauberlandeplatz, was die Anreise mit dem Helikopter attraktiv macht.

Die Anreise per Helikopter: Die Hotel Villa Rene Lalique verfügt über den eigenen Hubschrauberlandeplatz. Im Hintergrund sieht man das kleine 5 Sterne Hotel; die Verbringung zum erfolgt selbstverständlich per Fahrservices
Die Anreise per Helikopter: Das Hotel Villa René Lalique verfügt über den eigenen Hubschrauberlandeplatz. Im Hintergrund sieht man das kleine, aber sehr exklusive 5 Sterne Hotel; die Verbringung zum Haus erfolgt selbstverständlich per Fahrservice / © Redaktion FrontRowSociety.net

Kulinarische Verführungen

Zwischen 60 bis 80 Gerichte pro Jahr offerieren Klein und Stradner ihren Gästen. Die Orientierung erfolgt an den Jahreszeiten, an neuen Innovationen und selbstverständlich an Altbekanntem. Die Klassiker der L’Arnsbourg finden sich erneut auf der Karte, da Monsieur Klein beispielsweise seit Jahrzehnten mit Thierry Laurent, dem französischen Taubenpapst, zusammenarbeitet.

Des Weiteren können Gäste zwischen drei Menüs wählen, dem Menü Signature, dem Menü Kreation sowie einem vegetarischem Menü. Jede Folge beginnt mit dem Gaumenschmaus, jenen Grüßen aus der Küche, welche die Richtung des guten Geschmacks aufzeigen.

Das Küchenteam arbeitet Hand in Hand
Das Küchenteam arbeitet Hand in Hand / © Redaktion FrontRowSociety.net

Während unseres Besuchs drapierte man diese Trilogie auf Porzellan von Fürstenau, auf dessen Rand ein gläserner Hai thronte. Die Glasdekoration im Restaurant widmet sich jedes Jahr einem anderen Thema. 2019 waren es die Meeresbewohner, 2020 werden Blumen im Fokus der dekorativen Elemente stehen. Im Zeichen der Schwalben stand das Jahr 2018 – das Jahr des 130 jährigen Bestehens des Unternehmens Lalique.

Jean-George Klein und Paul Stradner vollführen kulinarische Kunstwerke, die alle Aspekte der großen Schule vereinen. Gerichte, die zeitaufwendiger Vorbereitungen bedürfen sowie das Spiel der geschmacklichen Vollendung beherrschen beide Spitzenköche.

Paul Stradner über die Schulter geschaut und dabei die Perfektion massgeschneiderter Komponenten entdeckt
Paul Stradner über die Schulter geschaut und dabei die Perfektion massgeschneiderter Komponenten entdeckt / © Redaktion FrontRowSociety.net

Die Arbeit in der Küche funktioniert präzise wie ein Schweizer Uhrwerk, ruhig und konzentriert wird allein für die Zufriedenheit der Gäste gearbeitet. Für diese Anstrengungen steht die Aufnahme im Verein „Grandes Tables du Monde“ Pate, dessen Mitglieder sich dem besonderen Restauranterlebnis verschrieben haben.

Vinophile Schatzkammer

Im Keller des Ensembles befindet sich das Reich des Sommeliers Roman Iltis. Ausgezeichnet als bester Sommelier Frankreichs ist für ihn sein Beruf eher Passion als Arbeit.

„Sein“ Weinkeller entstammt ebenfalls der Feder des Architekten Mario Botta. Er verlieh den großartigen französischen Weinen einen würdigen Platz. Von einer dicken Glasfront geschützt, lagern 12.000 Flaschen wohlsortiert und äußerst ansehnlich unter dem Restaurant. Insgesamt kann Roman über ansehnliche 60.000 Flaschen Wein verfügen.

Weinkeller oder Schatzkammer? Manches hier verborgene Sammlerstück lässt die Herzen der Liebhaber raritärer Weine höher schlagen / © Redaktion FrontRowSociety.net

Neben den großen Franzosen sammelte Silvio Denz auch formidable Tropfen aus Übersee und nun ist es an Roman Iltis, den Bestand nicht nur zu wahren, sondern sukzessive zu erweitern. Dabei hat er freie Hand. Hierbei zeigt sich seine Vorliebe für Weine aus dem Elsass. Sein Sommelierherz schlägt halt nicht nur für bekannte Etiketten, sondern ebenfalls für Newcomer mit guten Ideen.

In der Schatzkammer der Weine: Der beste Sommelier des Jahres Romain Iltis und Mitherausgeberin des Magazins FrontRowSociety Annett Conrad bei einer erlesenen Weinverkostung
In der Schatzkammer der Weine: Der Meilleur Sommelier de France Romain Iltis und Mitherausgeberin des Magazins FrontRowSociety Annett Conrad bei einer Weinverkostung / © Redaktion FrontRowSociety.net

Sucht der Connaisseur Weine für das Foodpairing aus, erspürt er Aromen und Texturen. Laut Roman Iltis kann auch ein unkomplizierter Wein die Aromatik einzelner Komponenten herausarbeiten. Für den Genuss eines vinophilen Solisten zählt für ihn nur der Moment.

In der Villa René Lalique ist die Kulinarik Teil eines Kunstwerkes, das alle Sinne berührt. In der Abgeschiedenheit der Nordvogesen konzentriert sich der Geist auf das Wesentliche – den Genuss.

Angekommen in dem 5 Sterne Hotel Villa René Lalique, steht die Zeit vor Ort ganz im Zeichen des Genusses. Exklusives Wohnen, erstklassige Kulinarik und die harmonisch sanfte Landschaft der nördlichen Vogesen lassen für kurze Zeit den Alltag in Vergessenheit geraten lassen / © Redaktion FrontRowSociety.net

Impressionen des Menu Signature

Der Gaumenschmaus macht als erster Gruß aus der Küche seinem Namen alle Ehre. Es beginnt mit einer Calzone vom Flammkuchen mit Heringskaviar Topping, setzt sich mit einem Biersorbet und Schaum vom Picon fort und endet mit einem französischen Tarte aus gerösteten Kartoffeln – zu einer Rolle geformt – und geräuchertem Aal / © Redaktion FrontRowSociety.net
Im silbernen Ei verbirgt sich ein pochiertes Eigelb mit Zwiebelsalat und Tosazuschaum. Dazu wird ein gerösteter Toast mit Misolauch und Kräutersalat gereicht / © Redaktion FrontRowSociety.net
Kontrastreich: Variation rund die Rote Bete / © Redaktion FrontRowSociety.net
Golden Kaviar, den man auf einem Bett aus Dashi-Mousse und geriebenen Bottraga – Rogen der Meeräsche, der zuvor gesalzen, gepresst und an der Sonne getrocknet wurde – präsentierte. Dazu passte hervorragend der soufflierte Buchweizen Blini / © Redaktion FrontRowSociety.net
Langoustinen Carpaccio mit Roten Früchten: es ist ein Fest für die Sinne und obendrein eine Chronologie, der man folgen muss. Man beginnt das Gericht von links nach rechts zu essen und tastet sich so von süß nach sauer: von Erdbeere über Cranberry bis zur Himbeere / © Redaktion FrontRowSociety.net
Ideenfusion: das Filet vom Waller mit geflämmten Spitzkohl sowie einem knusprigen, getrockneten Spitzkohlblatt in einer Holunderblüten-Vinaigrette / © Redaktion FrontRowSociety.net
Farbenfroh: Meli-Melo von Tomaten kombiniert mit frischem Eisenkraut, Basilikum, Erdbeeren und weißem Pfirsich in Tomatenwasser / © Redaktion FrontRowSociety.net
Lammrücken mit Grieben überbacken aus der Tajine. Zum Lamm gesellt sich Cous-Cous mit in Sumach mariniertem Blumenkohl sowie einer Jus aus Kaviar und Picholin Oliven. Es ist ein Gericht, dass unterschiedliche Texturen perfekt vereint / © Redaktion FrontRowSociety.net
Der Klassiker: Cappuccino von der Kartoffel und schwarzem Trüffel. Dieses kleine Zwischengericht besteht aus 5 Schichten: Kartoffelpüree, gehackte Trüffel, Salzkristalle, Trüffelschaum und Kakaopulver fürs Cappuccino Feeling / © Redaktion FrontRowSociety.net
Das Pre-Dessert offenbart sich als Komposition von Traubengelee, Vanillecreme, Perlen aus weißem Käse, Trauben und einem Nocken Traubensorbet / © Redaktion FrontRowSociety.net
Abschluss mit dem Zuckergruß aus Vanillemilchreis und Variationen der Nektarine sowie Eisenkraut Granitée. Daneben findet sich ein Nektarinensüppchen, Bon Appetit / © Redaktion FrontRowSociety.net

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