Das Weingut Umathum am Neusiedler See:

Mitte der 1980er Jahre übernahm Josef Umathum die Verantwortung für den elterlichen Betrieb. Seither hat sich sein Weingut von einer gemischten Landwirtschaft zu einem Flaggschiff des österreichischen Weinbaus entwickelt. Umathums Lagenweine, wie beispielsweise der Cuvèe Umathum Haideboden oder Ried Hallebühl, genießen bei Kennern einen fast legendären Ruf. Selbst das österreichische Bundeskanzleramt brilliert mit Josef Umathums Weinen bei Staatsbanketten.

Schon Mitte der 1980er Jahre übernahm Josef Umathum die Verantwortung für den elterliche Betrieb
Schon Mitte der 1980er Jahre übernahm Josef Umathum die Verantwortung für den elterliche Betrieb / © Weingut Umathum

Josef Umathum ist in Frauenkirchen im Burgenland fest verwurzelt. Er gilt als Förderer der regionalen Landwirtschaft. Der Globalisierung eine echte Alternative entgegenzusetzen, ist sein Bestreben, auch gegen Widerstände aus der Politik.

Auf 45 Hektar wird bei Umathum biodynamischer Weinbau nach den Lehren des Anthroposophen Rudolf Steiner betrieben. Diese arbeitsintensive Art der Bewirtschaftung seiner Weinberge bringt Jahr um Jahr qualitative, gesunde Trauben hervor. Nachhaltigkeit sowie der schonende Umgang mit unseren natürlichen Ressourcen sind für den strebsamen Winzer nicht nur bloße Marketinginstrumente, vielmehr ist die intensive Auseinandersetzung mit der Natur das Leitbild seiner Arbeit.

Auf 45 Hektar wird bei Umathum biodynamischer Weinbau nach den Lehren des Anthroposophen Rudolf Steiner betrieben
Auf 45 Hektar wird bei Umathum biodynamischer Weinbau nach den Lehren des Anthroposophen Rudolf Steiner betrieben / © Weingut Umathum

Lindenblättriger – eine fast vergessene Rarität

Es immer außerordentlich bedauerlich, wenn Altbewährtes in Vergessenheit gerät. Umso spannender ist es, die Renaissance dessen erleben zu dürfen. Die weiße Rebsorte Lindenblättriger war im Burgenland fast einhundert Jahre unbeachtet geblieben.

Fast vergessen: Der Lindenblättrige war einst eine der edelsten Rebsorten, die große Beachtung bei den österreichisch-ungarischen Monarchen fand. Josef Umathum brachte sie zu den Genießern außergewöhnlicher Weißweine zurück
Fast vergessen: Der Lindenblättrige war einst eine der edelsten Rebsorten, die große Beachtung bei den österreichisch-ungarischen Monarchen fand. Josef Umathum brachte sie zu Genießern außergewöhnlicher Weißweine zurück / © Redaktion frontrowsociety.net

Josef Umathum machte sich 2010 daran, diese ehemals edelste Rebsorten in ihrer alten Heimat zu rekultivieren. In der Riede Hackenberg in Jois am Neusiedler See bietet der Schieferboden der anspruchsvollen Weißweinsorte ideale Wachstumsbedingungen. Hier gedeihen in Josef Umathums Weingarten die einzigen Reben des Lindenblättrigen in ganz Österreich.

Fast mysthisch - der Eingang zum Weinkeller bei Umathum
Fast mysthisch – der Eingang zum Weinkeller bei Umathum / © Weingut Umathum

Der Lindenblättrige ist eine ungarische autochthone Weißwein-Rebsorte, in Ungarn auch Hárselevelü genannt. Bis 1921 gehörte das Burgenland zu Ungarn, weshalb diese Sorte hier ihr Zuhause hatte. Schon im 16. Jahrhundert zählte der Lindenblättrige zu den Weinen, die Könige und Kaiser begeisterten. Am Hof der Habsburger genoss man diesen fulminanten Weißwein bei Tisch sowie bei Banketten und gab ihm allen anderen den Vorzug.

Der Königliche Wein MMXV erzählt eine Geschichte von Pioniergeist und Weitblick
Der Königliche Wein MMXV erzählt eine Geschichte von Pioniergeist und Weitblick / © Redaktion frontrowsociety.net

Da auch die Weinwirtschaft wie jeder andere Bereich unseres täglichen Lebens durch Gesetze und Verordnungen bestimmt ist, darf Josef Umathums wiedergefundene Rebe jedoch nicht als sortenreine Bezeichnung „Lindenblättiger 2015“ auf die Flasche gedruckt werden. Doch sein jetziger Name “Königlicher Wein MMXV” erzählt eine Geschichte; die Geschichte seiner majestätischen Akzeptanz und wahrhaft königlich ist auch sein Geschmack.

Hier schlummern die besten Tropfen, die Österreich zu bieten hat. Bei Umathum verlassen die großen Weine frühestens nach drei Jahren den Keller
Hier schlummern einige der besten Tropfen, die Österreich zu bieten hat. Bei Umathum verlassen die großen Weine frühestens nach drei Jahren den Keller / © Weingut Umathum

Königlicher Wein MMXV

Nachdem wir den ersten Schluck des Königlichen Weins probiert hatten, erschließt sich uns nicht, weshalb diese Rebsorte in Vergessenheit geriet. Der Wein hat tatsächlich ein Bukett von Lindenblüten und genau wie die Lindenblüten verströmt dieser Weißwein einen leicht harzigen Geruch. Überraschend fruchtig präsentiert sich der königliche Tafelwein. Mineralische Noten unterstreichen seine Stilistik. Diesen frischen Alltagsbegleiter genossen wir zu Sushi und frischem Wasabi. Durch diese Kombination wird eine Geschmacksexplosion hervorgerufen, die ihresgleichen sucht.

Dieser Weißwein ist ein Zeugnis für die Bodenständigkeit und die Verwurzlung von Josef Umathum in seiner Heimat am Neusiedler See. vor acht Jahren rekultivierte er den Lindenblättrigen und machte daraus einen großartigen Weißwein, der beim Genuss einfach Freude bereitet
Dieser Weißwein ist ein Zeugnis für die Bodenständigkeit und die Verwurzlung von Josef Umathum in seiner Heimat am Neusiedler See. Vor acht Jahren rekultivierte er den Lindenblättrigen und machte daraus einen großartigen Wein, der beim Genuss einfach Freude bereitet /© Redaktion frontrowsociety.net

Im Oktober 2015 wurden die Trauben von Hand gelesen. Schonende Pressvorgänge sowie die kurze Fermentation lassen die unverwechselbaren Aromen zum Tragen kommen.

Besonders zu scharfen Gerichten empfiehlt es sich, diesen umwerfenden Weißwein gut gekühlt zu trinken. Umathum sieht die Trinktemperatur bei 12 Grad Celsius.

Beschreibung: Weingut Umathum, Königlicher Wein MMXV

Rebsorte: Lindenblättriger (Hárselevelü oder auch Hárszlevelü)
Ausbau: 12 Monate Holzfass auf der Feinhefe
Farbe: Helles Goldgelb
Nase: Birne, Quitte, Ananas, frische Lindenblüten, leichte Harznote
Gaumen: Flieder, Holunderblüten, feine Mineralik
Flascheninhalt: 750 ml
Alkoholgehalt: 11,2% vol

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