Traditionen sind wichtig, um Gegenwart und Zukunft zu gestalten
Unter dem Motto „Vergangenes hautnah erleben“ findet alljährlich – und das seit 20 Jahren – am zweiten Septemberwochenende das Handwerksfest in Seefeld statt. Und wie jedes Jahr ist dieses Fest der aufrechterhaltenen Traditionen ein Besuchermagnet schlechthin.
Es ist verblüffend zu sehen, welche heute fast vergessenen Berufe einst im Alltag der Menschen vergangener Generationen fest verankert waren.
Und man findet Jung und Alt gleichermaßen hinter den über 100 Ständen. Kinder und Jugendliche, denen das jahrhundertalte Wissen um handwerkliche Produktionsprozesse weitergegeben wurde, sitzen hinter dem Spinnrad oder Schwingen den Schmiedehammer nach alter Tradition.
Besonders beeindruckend präsentierte der Glasbläser Mario Karner seine Profession
Was inzwischen maschinell vonstatten geht, war doch in der Vergangenheit ein hartes Tagwerk. Außerdem war die Herstellung von Glas seit je her ein kreativer Beruf, welcher dem Handwerker neben sicherer Ausführung der einzelnen Arbeitsschritte, auch chemisches Grundwissen abverlangte.
Dicht drängten sich die Besucher durch die Gassen von Seefeld, sie bestaunten beispielsweise Schnitzer oder Korbflechter bei ihrer Arbeit.
Die blumenkranzflechtende Dame war ein beliebtes Fotomotiv in ihrer Tracht.
Kulinarisches Handwerk
Entlang der Straßen von Seefelds Ortskern verteilten sich Handwerker aus dem gesamten Tiroler Raum und Bayern, auf dem Dorfplatz hingegen verlockte der Bauernmarkt mit kulinarischen Verführungen, ob bereits fertiggestellt oder auf dem Markt frisch zubereitet.
Stadtkinder aufgepasst: Wie entsteht ein Brot? Auf dem Bauernmarkt in Seefeld gab es das in Erfahrung zu bringen.
Dreschen, Mahlen, Teig zubereiten, backen und dann natürlich probieren; die Jungs von der Profanter Natur-Backstube stellten das Schüttelbrot mit einer ordentlichen Portion Entertainment her.
Geräucherte Köstlichkeiten vom örtlichen Fischereiverein waren vor dem Fünf-Sterne-Hotel Klosterbräu & Spa zu erstehen. Und das im buchstäblichen Sinne, denn die frischen Delikatessen waren in Handumdrehen ausverkauft und es dauerte ein Weilchen, bis der vor Ort stehende Räucherofen die nächsten wohlschmeckend zubereiteten Seebewohner wieder frei gab. (Hier geht es zur ausführlichen FrontRowSociety.net-Reportage über das Hotel Klosterbräu & Spa in Seefeld)
Oldtimer vom Feld
Die große historische Traktorenparade begeisterte generationsübergreifend. Bereits am frühen Morgen reihten sich auf der Wiese vor dem Olympia Sport- und Kongresszentrum die kultigen Klassiker der Feldarbeit auf.
Selbstverständlich kamen die Protagonisten der Traktorenparade blank poliert und geschmückt daher. Die Fahrer, der sich im Ruhestand befindlichen Vehikel, hatten sich traditionsbewusst gekleidet und ihre Tracht angelegt.
Am Samstagmittag zog die Karawane der PS-starken Maschinen dann durch den gesamten Ortskern von Seefeld. Begleitet von folkloristischer Blasmusik der Musikkapelle Scharnitz, flankiert von begeisterten, beifallspendenten Zuschauern.
Aber nicht nur ältere Herren bescherten ihren ehemaligen technischen Gehilfen eine Ausfahrt, so war auf manchem Gefährt die ganze Familie vertreten.
„Hohe“ Herren auf nostalgischen Hochrädern läuteten das Ende des Umzugs ein.
Haute Couture des Brauchtums
Im Kapitelsaal der Seefelder Pfarrkirche gab es ein besonderes Bonbon für Modebewusste zu entdecken. Eine Sonderausstellung beschäftigte sich mit dem Thema Tracht. Bei näherem Hinschauen, kamen die winzigen handgearbeiteten Details ans Licht, welche eine Tracht nicht uniform, sondern unverwechselbar machen.
Das einzigartige, maßgeschneiderte Kleidungsstück, welches bis heute nicht an Beliebtheit verloren hat, fand einen respektablen Tribut in dem großen Trachtenumzug.
Am Sonntagmittag spielten die Musikkapelle Scharnitz sowie die Bürgermusikkapelle Seefeld auf, um den traditionsbewussten, über achthundert Teilnehmern aus Nord- und Südtirol, bei der Präsentation der historischen Trachten den musikalischen Rahmen zu geben.
Das Tragen einer Tracht symbolisiert die örtliche, religiöse oder ethnische Zugehörigkeit in einer Gemeinschaft. Also ist die Tracht ein Stück Heimat und ebenfalls Ausdruck einer bestimmten Lebensform.
Heute wurden die althergebrachten Kleidungsstücke zur Schau getragen. Die Mitwirkenden zogen vorbei an unzähligen Schaulustigen, die dicht an dicht, trotz des unbeständigen Wetters, dieses Spektakel verfolgten. Es ging durch Seefelds überfüllte Straßen, um sich anschließend an neun verschiedenen Plätzen zum Tanz zu verteilen.
Blasmusik und Einkehrschwung
Die Besuchermengen zu bewirten, stellte für die Gastronomen eine große Herausforderung dar. Jeder, der einen Platz zum Ausruhen suchte, wurde irgendwann doch in einem Café fündig. Wir hatten das Glück ein lauschiges Plätzchen auf der Terrasse des Bistro & Café Platzhirsch zu erlangen. Das gemütliche Bistro gehört zu Krumers Post Hotel & SPA.
Die wohl besten Strudel in Seefeld durften wir im Platzhirsch probieren, ein Genuss mit Kaffeespezialitäten des Hauses. Dabei sorgte das liebenswürdige Personal nicht nur für unsere Gaumenfreuden, sondern umsorgte uns mit wärmenden Auflagen und Decken. Und wer kalte Füsse bekam, konnte sich auf dem Seefelder Handwerksfest mit handgefertigten Schuhen einkleiden.
Die Genuss Region Seefeld bietet diverse Möglichkeiten sich kulinarisch verwöhnen zu lassen. Das Restaurant Alt Mösern vor den Toren Seefelds gehört mit dem Gastrosiegel Kuratorium Kulinarisches Erbe zu den Traditionsgastwirtschaften.
Aus regionalen Produkten von Erzeugern, welche Gastgeber Angelika und Walter Haselwanter unter anderem persönlich kennen, werden appetitliche bodenständige Gerichte mit Pfiff kreiert. Und es schmeckt nach einem Stück Tiroler Heimat im einem heimeligen Kolorit von herzlicher Gastlichkeit.
Bekannte Gesichter
Auf dem Fest des Handwerks trafen wir einen alten Bekannten. Herbert, der seine geschnitzte Zirbenkunst in Leutasch für Einheimische und Touristen gleichermaßen zum Verkauf anbietet. Tiroler Andenken an einen erlebnisreichen Urlaub lassen sich in seiner Zirbenstube finden und so manchen Daheimgebliebenen über ein Zirbenherz’l freuen.
Der Herausgeber des Luxus & Lifestyle Magazins FrontRowSociety.net, Andreas Conrad, ist nicht etwa wegen der Menge an Eindrücken gestrauchelt, er ist mit Leib und Seele Fotograf. Keine Lage ist zu unmöglich, wenn dabei ein guter Schnappschuss herauskommt.
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