Wir, das Redaktionsteam von FrontRowSociety sind viel unterwegs und berichten gerne über besondere Ziele, die nachhaltige Erlebnisse ermöglichen. Und auch die Klientel, die schon jede Art von Luxus gesehen hat, legt zunehmend Wert auf völlig neue Erfahrungen. Überall auf denselben Luxusstandard zu treffen, der sich weltumspannend nur in Nuancen unterscheidet und substanziell ohnehin kaum mehr zu übertreffen ist, ist austauschbar geworden. Zudem wird der demonstrative, teure Luxus oft zu Recht mit Ressourcenverschwendung und Rücksichtslosigkeit in Verbindung gebracht.

Zum Frühstück verabschiedet Sab sich mit einem Spiegelei im Outback-Style / © FrontRowSociety.net, Foto: Georg Berg
Wenn es nur ein Feuer aber keine Pfanne gibt, sind viereckige Spiegeleier ein herrliches Geschenk auf dem Frühstückstisch (Klick auf das Foto führt zum Artikel) / © FrontRowSociety.net, Foto: Georg Berg

Reisen bedeutet mehr als Konsum

Auf dem Nachhaltigkeitsgipfel der Vereinten Nationen in New York wurde 2015 als Teil einer umfassenden Agenda beschlossen, dass die Diskrepanz zwischen armen und reichen Ländern abgebaut werden soll. Als wichtiger Wirtschaftsfaktor wurde auch der Tourismus für seine Folgen verantwortlich gemacht. Während sich Menschen aus wohlhabenden Ländern den Luxus einer Reise leisten können, leben viele Menschen, die in den Urlaubszielen zu Hause sind, am Existenzminimum. Sie haben kaum Urlaub und nur selten mal mal einen Tag frei.

Aus der Not heraus frisch und somit auch schmackhaft zubereitet ist das Essen in vielen Entwicklungsländern / © FrontRowSociety.net, Foto: Georg Berg
Aus der Not heraus frisch und somit auch schmackhaft zubereitet ist das Essen in vielen Entwicklungsländern (Klick auf das Foto führt zum Artikel) / © FrontRowSociety.net, Foto: Georg Berg

Unsere Vorstellung von Luxus setzt zunehmend auf Nachhaltigkeit und wir in der FrontRowSociety-Redaktion achten darauf, wie der Interessensausgleich zwischen unseren wohlhabenden Lesern und dem sozialen und wirtschaftlichen Gefüge im Reiseland optimal hergestellt werden kann. Idealerweise sollte Tourismus Reiseziele stärken und dabei ihre Besonderheit erhalten und fördern. Der aufgeklärte Reisende strebt zunehmend danach, neben Erholung auch mit einem guten Gefühl nach Hause zurückzukommen.

Bürgerwissenschaftler unterstützen ein Projekt zur Rettung der großen Meeresschildkröten mit Geld und ihrer Arbeitskraft. Hier macht sich der britische Mikrobiologe Gary Hogben startklar für einen vierstündigen nächtlichen Streifengang am Karibikstrand von Costa Rica / © FrontRowSociety.net, Foto: Georg Berg
Bürgerwissenschaftler unterstützen ein Projekt zur Rettung der großen Meeresschildkröten mit Geld und ihrer Arbeitskraft. Hier macht sich der britische Mikrobiologe Gary Hogben startklar für einen vierstündigen nächtlichen Streifengang am Karibikstrand von Costa Rica (Klick auf das Foto führt zum Artikel) / © FrontRowSociety.net, Foto: Georg Berg

Die Rückmeldungen unserer Leser auf diesen Ansatz bestätigen uns darin, dass ein gelungener Urlaub kein schlechtes Gewissen hinterlassen muss. Die Kohlendioxidemission einer Flugreise oder Kreuzfahrt stellt zwar unbestritten eine Belastung für das Klima dar. Wenn aber menschliche Begegnungen, kulturelle Erfahrungen oder Naturerlebnisse aus Reisenden aufgeklärte Menschen machen können, die ihr künftiges Handeln mit erweitertem Horizont beurteilen, kann die Bilanz durchaus positiv ausfallen.

Nur die Fröhlichkeit ist ansteckend. Wenn man fremde Menschen erst mal kennengelernt hat, lernt man schnell, mit welch einfachen Mitteln man ihr Leben leichter machen kann / © FrontRowSociety.net, Foto: Georg Berg
Nur die Fröhlichkeit ist ansteckend. Wenn man fremde Menschen erst mal kennengelernt hat, lernt man schnell, mit welch einfachen Mitteln man ihr Leben leichter machen kann (Klick auf das Foto führt zum Artikel) / © FrontRowSociety.net, Foto: Georg Berg

Das Redaktionsteam will sich nicht mehr von den in der Reisebranche üblich gewordenen Kriterien und Moden blenden lassen. Deshalb vermeidet FrontRowSociety Vergleiche und springt nicht blind vor Begeisterung in jeden Infinity-Pool.

The best Things in Life are free

Haben unsere Berichte ihren Ausgangspunkt auch meist in der gehobenen Hotellerie, so achten wir stets darauf, welche Gründe neben luxuriöser Ausstattung und vollendetem Service ein Reiseziel einzigartig machen können. Von Spitzenköchen wir Thomas Kellermann lassen wir uns die volkstümliche Zoigl-Braukultur der Oberpfalz empfehlen. Die Adler-Thermae in der Toskana ist Ausgangspunkt für eine Wanderung, auf der der wilde Spargel entdeckt wird.

Endlich ein Treffer für FrontRowSociety-Redakteurin Angela Berg! Ein Prachtstück von einer wilden Spargelstange / © FrontRowSociety.net, Foto: Georg Berg
Nach langer Suche endlich ein Treffer für FrontRowSociety-Redakteurin Angela Berg! Ein Prachtstück von einer wilden Spargelstange (Klick auf das Foto führt zum Artikel) / © FrontRowSociety.net, Foto: Georg Berg

Auf einer Luxuskreuzfahrt mit der Mega-Yacht True-North durch Indonesien wecken Wissenschaftler unter den wohlhabenden Passagieren mehr Umweltsensibilität, als es im durchgetakteten Alltag sonst möglich gewesen wäre. Die umfangreichste Sammlung zeitgnössischer afrikanischer Kunst sollte sich nicht entgehen lassen, wer in Kapstadt ist.  Ein Beispiel für nachhaltige Tierwirtschaft lernt man bei Landwirt, Gastronom und Hotelier Peter Zangerl kennen. Er züchtet im Paznauntal Rinder, Schweine und Schafe. Manch ein Reisender findet in der Einöde Mecklenburg-Vorpommerns Gefallen an Wanderungen, deren Route abends im Restaurant des Kavaliershauses von den einheimischen Tischnachbarn auf ein Stück Papier gemalt worden ist oder entdeckt die Langsamkeit auf einer Fahrt im Express-Zug durch Sri Lanka.

Skizze für einen schönen Wanderweg rund um Fincken am See / © FrontRowSociety.net, Foto: Georg Berg
Skizze für einen schönen Wanderweg rund um Fincken am See (Klick auf das Foto führt zum Artikel) / © FrontRowSociety.net, Foto: Georg Berg

Wie man die Welt besser machen kann

Jeder kennt die Aufkleber in Hotelbadezimmern, mit Wasser und Handtüchern sparsam umzugehen. Aber das Gewissen der Teilnehmer eines Junggesellenabschieds lässt sich so kaum beruhigen. Billige Flüge, um zu einem Saufgelage zu kommen, sind teurer für das Weltklima.

In Sierra Leone ist es üblich, dass Reisegruppen sich mit einem Gastgeschenk beim Dorfältesten vorstellen. Geld ist immer willkommen. Es kann für die gemeinschaftlich besprochenen wichtigsten Angelegenheiten eingesetzt werden / © FrontRowSociety.net, Foto: Georg Berg
In Sierra Leone ist es üblich, dass Reisegruppen sich mit einem Gastgeschenk beim Dorfältesten vorstellen. Geld ist immer willkommen. Es kann für die gemeinschaftlich besprochenen wichtigsten Angelegenheiten eingesetzt werden (Klick auf das Foto führt zum Artikel) / © FrontRowSociety.net, Foto: Georg Berg

Die Geheimtipps werden knapp auf dieser Welt, aber die Entwicklung der letzten Paradiese muss nachhaltig erfolgen. Ein Beispiel haben wir in West-Afrika gefunden. Im von Bürgerkrieg und Ebola heimgesuchten Land Sierra Leone müssen die Verantwortlichen der Versuchung widerstehen, im Wettbewerb mithalten zu können. Fine Dining, Wellness oder höchste Komfortmaßstäbe wirken da unglaubwürdig, wo die wenigsten Menschen zu Hause Strom oder fließendes Wasser haben.

Der Abwasch trocknet in einem Camp auf Tiwai-Island, Sierra Leone/ © FrontRowSociety.net, Foto: Georg Berg
Der Abwasch trocknet in einem Camp auf Tiwai-Island, Sierra Leone (Klick auf das Foto führt zum Artikel) / © FrontRowSociety.net, Foto: Georg Berg

“Zum Glück”, berichtet ein Reiseveranstalter, “haben wir zahlungskräftige Kunden, die viel Geld dafür ausgeben, einen Tag später als geplant in einem phantastisch gelegenen Camp anzukommen und dann nach einer Gewitternacht früh morgens im Dunkeln an einem matschigen Ufer entlang zu waten, wo sie in der Morgendämmerung die Spuren eines Pygmäen-Flusspferdes finden können.”

Uralte Kultur im australischen Outback miterleben

So merkwürdig es sich anhört: Mich selbst und meine eigene Rolle in der Welt habe ich am intensivsten im zurückgezogenen Lebensraum australischer Aboriginals erlebt. Menschen, denen Zahlen genau so wenig bedeuten wie materieller Besitz. Denen ihre Familie wichtiger ist als Leistung und Anerkennung. Und die sich ungerne fotografieren lassen, weil sie fürchten, dass ihre Seele keine Ruhe findet, wenn es nach dem Tod noch Bilder von ihnen gibt.
Menschen, die monatelang wandern, um heilige Stätten zu besuchen und dort die Lebensweisheiten ihrer Vorfahren zu verstehen, die diese vor 20.000 Jahren als Zeichnungen auf Felsen hinterlassen haben.
Ich meine auf dieser Reise weit weg von jeglicher zivilisierter Infrastruktur wenigstens andeutungsweise begriffen zu haben, dass die Trophäen, mit denen wir unser Unterwegssein üblicherweise für Freunde und Kollegen dokumentieren, nichts sind im Vergleich zu dem Zugewinn an eigener Reife.

Thommo, den ich in Long Tom Dreaming fotografieren durfte, hält sich mit seiner großen Familie manchmal tagelang an solchen Orten auf. Er hat die Bilder auf sich wirken lassen und malt anschließend aus dem Gedächtnis die uralten Motive da wo er zu Hause ist / © FrontRowSociety.net, Foto: Georg Berg
Thommo, den ich in Long Tom Dreaming fotografieren durfte, hält sich mit seiner großen Familie manchmal tagelang an solchen Orten auf. Er hat die Bilder auf sich wirken lassen und malt anschließend aus dem Gedächtnis die uralten Motive da wo er zu Hause ist (Klick auf das Foto führt zum Artikel) / © FrontRowSociety.net, Foto: Georg Berg

Dass ich anders bin, ändert allerdings nichts an meiner Bewunderung für diese älteste Kultur der Welt, die immer noch in ihrer ursprünglichen Form ausgeübt wird.

Auf Reisen, die mich verändern (transformieren), möchte ich nicht verzichten.