Ganz ehrlich, nirgendwo ist es in der Nähe von Flughäfen und Bahnhöfen schön. Nicht anders ist es auf der kanarischen Urlaubsinsel Teneriffa. Denn wer in Santa Cruz landet, wird von Kargheit und touristischer Infrastruktur empfangen.
Doch Abenteurer und Entdecker, die sich die 1.000 Meter hinauf in die Berge wagen, werden von der Natur in 50 Shades of Green überrascht.

La Laguna – Teneriffas verborgene Schönheit
Zwischen Nebelwäldern und Vulkanhängen im grünen Norden Teneriffas liegt ein Schatz, den die Zeit vergessen zu haben scheint: San Cristóbal de La Laguna. Einst Hauptstadt der Insel, heute ein Geheimtipp für Reisende mit Sinn für Authentizität und Geschichte.


La Laguna ist keine Stadt, die sich aufdrängt – sie flüstert. In ihren stillen Gassen erzählen spanische Herrenhäuser aus dem 16. Jahrhundert von kolonialer Grandezza. Massive Fassaden aus dunklem Basaltstein verleihen den Bauwerken Würde und Beständigkeit. Mit diesem Stein vermittelte der Bauherr seinem Nachbarn eine Botschaft: „Ich bin reich und ich möchte, dass Du es weißt!“ Hinter den schweren Türen öffnen sich lichtdurchflutete Innenhöfe, umgeben von Holzbalkonen aus kanarischer Pinie – kunstvoll geschnitzt und edel verbaut.


Hier scheint alles echt, nichts ist Kulisse. Man wandelt durch ein UNESCO-Weltkulturerbe, und doch wirkt die Stadt unprätentiös, lebendig – dieses Fleckchen Erde inspiriert, ohne zu beeindrucken zu wollen. Während der Süden der Insel in Sonne und Trubel badet, bleibt La Laguna exklusiv. Kaum Reisegruppen, kein touristisches Getöse. Stattdessen: Boutiquen mit Charakter, Galerien, in denen moderne Kunst auf alte Mauern trifft, und kleine Cafés, in denen Zeit eine Nebenrolle spielt.

Wer hierher kommt, sucht weniger das Offensichtliche, eher das Authentische – und findet es in jeder gepflasterten Gasse, jeder geschnitzten Tür, jedem Detail. Für Reisende, die Luxus in Geschichte, Ästhetik und Echtheit messen, ist La Laguna ein stiller Hochgenuss.

Empfehlung: Residieren im La Laguna Gran Hotel
Inmitten dieser Szenerie empfängt das La Laguna Gran Hotel seine Gäste mit stilvoller Zurückhaltung. Historische Substanz trifft auf zeitgenössisches Design. Der lichtdurchflutete Innenhof lässt direkt auf seine Vergangenheit als herrschaftliches Gebäude schließen. Nach einem Tag in Teneriffas Natur kommt der Ausklang in diesem Ambiente gerade recht. Ein Rooftop-Pool überblickt die Dächer der Stadt, das Restaurant serviert lokale Küche mit Finesse – und die Ruhe ist hier nicht Inszenierung, sondern Lebensgefühl.



Naturdrama in zwei Akten: Anaga & Masca
Wer La Laguna verlässt, sollte nicht gleich weiterziehen – sondern erst einmal tiefer eintauchen. Zwei Naturwunder der Insel, so gegensätzlich wie atemberaubend, liegen nur eine kurvenreiche Fahrt entfernt und versprechen Eindrücke, die sich ins Gedächtnis einbrennen.

Lediglich wenige Kilometer nordöstlich beginnt das Anaga-Gebirge, eine wildromantische Landschaft wie aus einem anderen Zeitalter. Von dichten Lorbeerwäldern, Nebelschwaden und moosbewachsenen Bäumen umgeben, fühlt man sich hier eher in einen verwunschenen Märchenwald versetzt als auf eine Vulkaninsel. Kleine Dörfer ducken sich an die Berghänge, Ziegen meckern in der Ferne, und Wanderpfade führen durch Schluchten zu Aussichtspunkten, die den Atlantik wie aus der Vogelperspektive zeigen. Das Anaga-Massiv ist ein Biosphärenreservat – und ein Zufluchtsort für alle, die das ursprüngliche Teneriffa erleben möchten.


Im Westen der Insel, dramatisch eingebettet zwischen schroffen Felswänden, wartet der zweite Akt: Masca. Das kleine Bergdorf galt lange als unzugänglich – bis eine serpentinenreiche Straße – die als Kulisse für wilde Verfolgungsjagden in einem James Bond Streifen dienen könnte – die Welt mit diesem versteckten Idyll verband. Doch auch heute bleibt Masca ein Ort, der sich rar macht. Lediglich zur Mittagszeit landen hier zahlreiche Busse mit Ausflüglern an. Also verhält man sich als Individualreisender am besten azyklisch und wird mit Stille belohnt.


Sportlich Aktive steigen die berühmte Masca-Schlucht zu Fuß hinab. Sie erleben ein Naturabenteuer der besonderen Art: enge Pfade, gewaltige Felsformationen, Vogelrufe und das stetige Rauschen des versteckten Bachs, der sich durch die Schlucht schlängelt – bis hinunter zum Meer.

Authentische Restaurants auf Teneriffa
Allen, die auf Teneriffa ein authentisches kulinarisches Erlebnis suchen, legen wir zwei Restaurants ans Herz. Beide bescheren ganz besondere Genüsse – jedes auf seine Weise.
El Guaydil
In San Cristóbal de La Laguna lädt das El Guaydil zu einem modernen, aber tief in der kanarischen Küche verwurzelten Geschmackserlebnis ein. Das kleine, stilvoll eingerichtete Restaurant in der Calle Dean Palahi 26 verbindet regionale Produkte mit kreativer, internationaler Kochkunst. Die Speisekarte wechselt regelmäßig und reicht von raffiniert zubereitetem Pulpo über vegetarische und vegane Gerichte bis hin zu typischen Spezialitäten wie Gofio-Mousse. Besonders reizvoll ist das entspannte Ambiente mit viel Liebe zum Detail. El Guaydil ist ein Tipp für alle, die La Laguna entdecken und danach mit feinen Tapas und einem guten Glas Wein den Tag ausklingen lassen möchten.


El Mesón del Norte
Wer einen Abstecher in den grünen Nordwesten der Insel macht, sollte eine Stop in Buenavista del Norte, am Rand des Teno-Gebirges einplanen. Hier befindet sich das charmante Landgasthaus El Mesón del Norte in Las Portelas. Dieses Restaurant verkörpert den traditionellen kanarischen Stil mit rustikaler Gemütlichkeit, regionale Spezialitäten und eine herrliche Aussicht auf die umliegende Berglandschaft. Seit 1999 ist das Mesón del Norte bekannt für seine ausgezeichneten Fleischgerichte vom Grill, insbesondere das zarte „Solomillo Mesón“, sowie für seine hausgemachte Feigentorte. Das urige Restaurant ist ideal für eine Pause nach einer Wanderung oder als Ziel für eine Fahrt durch das malerische Masca-Tal.


Unvergesslich Kontraste
Anaga und Masca zeigen Teneriffa von zwei Seiten: geheimnisvoll grün, fast mystisch – und wild, dramatisch, nahezu filmreif. Beide Orte sind ein Geschenk für Reisende mit offenen Augen. Wer sie einmal gesehen hat, wird erneut verstehen, dass echter Luxus nicht immer in Suiten oder Spas liegt – jedoch manchmal in einem Blick über nebelverhangene Berge oder in der stillen Weite einer Schlucht.

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