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Weltweit werden laut den Vereinten Nationen rund 370 Millionen Menschen indigenen Bevölkerungsgruppen zugerechnet. Es existieren rund 5.000 verschiedene Kulturen in etwa 90 Staaten der Erde. Durch die fortwährende Zerstörung ihres Lebensraums, die Folgen des Klimawandels und die fehlende Anerkennung ihrer Rechte sind sie zunehmend bedroht. Auf ihre Situation macht jedes Jahr am 9. August der UN-Tag der indigenen Bevölkerungen aufmerksam. Vor Beginn der Covid-19 Pandemie war es der Redaktion möglich, einige dieser Kulturen zu besuchen und einen Einblick in ihre Rituale und Lebensweise zu bekommen. Wir besuchten das Volk der Mende in Sierra Leone, Westafrika. Konnten im Südpazifik Tanz und Körperschmuck der Bewohner der Trobiande Islands kennenlernen, nahmen an einer Hochzeitszeremonie auf der indonesischen Insel Flores teil und besuchten im Northern Territory in Australien einen bedeutsamen Ort der Aborigines.

Musik und Tanz spielt eine wichtige Rollen im Zusammenleben. Der eigene Betelbehälter ist immer dabei / © FrontRowSociety.net, Foto: Georg Berg
Musik und Tanz spielt eine wichtige Rollen im Zusammenleben aud der indonesischen Insel Flores. Der eigene Betelbehälter ist immer dabei / © FrontRowSociety.net, Foto: Georg Berg

Die Verwalter der biologischen Vielfalt

Der Einblick in die Kultur und Lebensweise indigener Völker ist ein tief beeindruckendes Erlebnis. Ihr ursprüngliches Leben, ihre Naturverbundenheit und ihr sehr bewusster Umgang mit den Ressourcen ihrer Heimat kann uns Menschen der Industriegesellschaften viel  lehren. Über Jahrhunderte haben indigene Völker auf der ganzen Welt herausragende Methoden entwickelt, um im Einklang mit der Natur zu leben. Sie sehen sich selber als Verwalter der biologischen Vielfalt und brachten in vielen Gegenden der Welt das hervor, was heute als Grundnahrungsmittel gilt, wie beispielsweise die Kartoffel oder die Maniokwurzel.

Maniok-Knollen werden mit Naturfasern zu Verkaufseinheiten zusammengebunden. Das exakte Verkaufsgewicht spielt in Sierra Leone eine untergeordnete Rolle
Maniok-Knollen werden mit Naturfasern zu Verkaufseinheiten zusammengebunden. Das exakte Verkaufsgewicht spielt in Sierra Leone eine untergeordnete Rolle / © Lustfaktor, Foto Georg Berg

Unterwegs im pazifischen Feuerring

Die Landfläche Indonesiens setzt sich aus über 17.000 Inseln zusammen, auf denen 500 Ethnien leben und wo neben der Landessprache Bahasa Indonesia 250 weitere Sprachen gesprochen werden. Die Sunda-Inseln sind im mehrheitlich muslimischen Staat überwiegend christlich geprägt. Auf der kleinen Insel Rinca darf man sich wegen der auch für den Menschen gefährlichen Komodowarane nur in Begleitung eines einheimischen Führers bewegen. Auf der Insel Alor lernen wir die besonderen Pfahlbauten kennen. Die Häuser bestehen aus vier Etagen, schützen die Dorfbewohner in der Regenzeit und sind so konstruiert, dass eine ganzjährige Vorratshaltung von Lebensmitteln möglich ist. Hier geht es zur Reportage über die Bewohner der Sunda Inseln.

Auf dem Weg nach Takpala stellt sich ein Krieger quer / © FrontRowSociety.net, Foto: Georg Berg
Ein Krieger im Ort Takpala drückt mit seiner traditionellen Bewaffnung heute seinen Respekt vor den Besuchern aus  / © FrontRowSociety.net, Foto: Georg Berg

Polynesien – Heimat der besten Segler

Verständnis und Kenntnisse um die Eigenheiten der Natur sind nirgendwo so stark ausgeprägt wie unter indigenen Völkern. Ihre Techniken beim Jagen, Fischen, ihr Koordinationssinn und auch ihr Navigationstalent sind oft herausragend. In Papua-Neuguinea lernen wir die traditionellen Prau-Boote kennen. Diese Segelboote konnten es bis vor kurzem mit den schnellsten High-Tech-Booten beim Americas Cup aufnehmen. Den Grund vermutet man in der besonderen Aerodynamik des auch Krebsscherensegel genannten dreieckigen Deltasegels. Kaum zu glauben, dass diese Technik schon vor 10.000 Jahren in Polynesien erfunden wurde. HIer geht es zur Reportage über die Begegnung mit Inselbewohnern in Papua-Neuguinea.

Das für Polynesien typische Prau ist ein hochseetaugliches Segelboot mit Deltaflügel und einem Ausleger, der immer auf der dem Wind zugewandten Luv-Seite liegt / © FrontRowSociety.net, Foto: Georg Berg
Das für Polynesien typische Prau ist ein hochseetaugliches Segelboot mit Deltaflügel und einem Ausleger, der immer auf der dem Wind zugewandten Luv-Seite liegt / © FrontRowSociety.net, Foto: Georg Berg

Sierra Leone – Die Volksgruppe der Mende

Das Volk der Mende ist im Süden von Sierra Leone beheimatet. In Sierra Leone leben mehrere ethnische Gruppen friedlich miteinander. Die Menschen leben im Dschungel und ihre Dörfer sind zum Teil weit abgelegen. Am Fluss Moa bei der Insel Tiwai hatten wir Gelegenheit, einen rituellen Tanz mitzuerleben. Für die Mende spielen die traditionellen Bräuche auch im täglichen Leben eine wichtige Rolle. Zu rhythmischer Begleitung singen Männer und Frauen im Wechsel. Verkleidete Tänzer, die sogenannten Devils bewegen sich zur Musik. Jede Aufführung informiert die Öffentlichkeit zugleich in einer Art Code über Entscheidungen der Geheimbünde. Hier geht es zur Reportage über die Volksgruppe der Mende und ihre Geheimbünde.

Die Maske des Gbeni ist der wichtigste Spieler im Poro Geheimbund / © Frontrowsociety.net, Foto Georg Berg

Die Felsmalereien von Long Tom Dreaming – Australien

Die mündliche Überlieferung, die Weitergabe von Geschichten in Form von Erzählungen hat in der indigenen Bevölkerung auf der ganzen Welt eine große Bedeutung. Die Felsmalereien im Outback des Northern Territorries in Australien dienen den Aborigines bis heute als Unterstützung der mündlichen Überlieferung. Bei einem Besuch in den Höhlen von Long Tom Dreaming erfahren wir von uralten Geschichten und spüren hautnah wie mündliche Überlieferung funktioniert.  Hier geht es zur Reportage über die älteste kontinuierliche Kunsttradition der Welt.

Long Tom Dreaming - Der Guide Thommo führt durch die 20.000 Jahre alten Felsenmalereien seiner Heimat / © FrontRowSociety.net, Foto: Georg Berg
Long Tom Dreaming – Der Guide Thommo führt durch die 20.000 Jahre alten Felsenmalereien seiner Heimat / © FrontRowSociety.net, Foto: Georg Berg
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Angela Berg ist Ressortleiterin Food bei FrontRowSociety - The Magazine