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Früh morgens nimmt Simon Tewson Kontakt mit den Bewohnern mehrerer Hütten am Strand von Panasia auf. Simon ist als Fremdenführer an Bord der True North. In Papua Neuguinea mit seinen australischen Eltern aufgewachsen hilft er bei der Verständigung. Im herzlich auf Pidgin geführten Begrüßungsgespräch werde auch ich vorgestellt und erhalte die Erlaubnis zu fotografieren. Die True North liegt in Sichtweite vor Anker und John, der für die hier wohnenden Familien mit uns spricht, ist voll des Lobes für unseren Kapitän. Noch nie sei ein so großes Schiff der Siedlung im Labyrinth der Korallen so nah gekommen.

Für die erste Begegnung mit Einheimischen lässt sich nur der mit den Sitten und der Verständigung vertraute Guide Simon Tewson ans Ufer fahren / © FrontRowSociety.net, Foto: Georg Berg
Für die erste Begegnung mit Einheimischen lässt sich nur der mit den Sitten und der Verständigung vertraute Guide Simon Tewson ans Ufer fahren / © FrontRowSociety.net, Foto: Georg Berg

Simon erkundigt sich nach dem Wohlbefinden der Inselbewohner. Falls Wasser oder Lebensmittel fehlen, würde die True North mit Bordmitteln helfen. Aber hier sind alle gesund und da es in den Tagen zuvor genug geregnet hat, sind die Sammelbehälter voll Wasser. Beim nächsten Landgang hätten wir sonst mit einigen Kanistern ausgeholfen. Schließlich erzeugt die True North durch Umkehrosmose pro Stunde 1.500 Liter Trinkwasser.

Auslegerkanus sind im Gewässer über den Korallen in ihrer Beweglichkeit nicht eingeschränkt. Die True North dagegen muss trotz des geringen Tiefgangs sehr vorsichtig navigieren / © FrontRowSociety.net, Foto: Georg Berg
Auslegerkanus sind im Gewässer über den Korallen in ihrer Beweglichkeit nicht eingeschränkt. Die True North dagegen muss trotz des geringen Tiefgangs sehr vorsichtig navigieren / © FrontRowSociety.net, Foto: Georg Berg

Noch am Strand wird besprochen, was die Gäste der True North auf der Insel erwarten können. John verabschiedet sich von seiner Familie und begleitet unsere kleine Vorhut zurück aufs Schiff, von dem aus er für diesen Tag unsere Expeditionen begleiten wird.

Vorsichtig tastet sich die Reisegruppe bis zum Grund der natürlichen Kaverne / © FrontRowSociety.net, Foto: Georg Berg
Vorsichtig tastet sich die Reisegruppe bis zum Grund der natürlichen Kaverne / © FrontRowSociety.net, Foto: Georg Berg

Mit wasserfestem Schuhwerk, das auch für eine Wanderung mit Anstieg nach der feuchten Landung geeignet ist, erreichen wir den kleinen Eingang einer Höhle, die sich im Inneren zu einer riesigen Naturkathedrale öffnet. Der Himmel ist nicht zu sehen, aber von oben fällt Tageslicht herein und auf einer Art Podest wird unter einem natürlichen Trichter Regenwasser gesammelt.

Am Fuß der Kaverne mischt sich Meerwasser mit frischem Regenwasser, das als Trinkwasser in einem Behälter gesammelt wird / © FrontRowSociety.net, Foto: Georg Berg
Am Fuß der Kaverne mischt sich Meerwasser mit frischem Regenwasser, das als Trinkwasser in einem Behälter gesammelt wird / © FrontRowSociety.net, Foto: Georg Berg
Die Kinder der Insel lieben die Felsen der Höhle als natürlichen Sprungturm / © FrontRowSociety.net, Foto: Georg Berg
Die Kinder der Insel lieben die Felsen der Höhle als natürlichen Sprungturm / © FrontRowSociety.net, Foto: Georg Berg

Dem Kannibalismus auf der Spur

Ein zweiter Ausflug am Nachmittag wird uns auf der Nachbarinsel zu einer geheimnisvollen Kultstätte führen. Auf dem scharfkantigen Felsgestein ist kaum ein Trampelpfad zu erkennen. Trotzdem befinden wir uns auf den Spuren eines  noch bis in die jüngste Zeit praktizierten Kannibalismus.

John führt uns durch steinige Gemüsefelder zu einer unscheinbaren Höhle / © FrontRowSociety.net, Foto: Georg Berg
John führt uns durch steinige Gemüsefelder zu einer unscheinbaren Höhle / © FrontRowSociety.net, Foto: Georg Berg

Wir betreten eine unscheinbare Höhle.  Dieser Ort war noch im vorigen Jahrhundert eine Kultstätte. Nach kriegerischen Auseinandersetzungen wurden hier die getöteten Feinde verspeist. Mit dieser magischen Handlung glaubte man, sich ihre Kräfte anzueignen. Simon erzählt uns später, dass er noch vor wenigen Jahren mit jemandem gesprochen hat, der an einer solchen Kannibalen-Mahlzeit teilgenommen hat.

Deutlich sind Schädel und Menschenknochen erkennbar / © FrontRowSociety.net, Foto: Georg Berg
Deutlich sind Schädel und Menschenknochen erkennbar / © FrontRowSociety.net, Foto: Georg Berg

Warmer Regen und eine feuchte Segelregatta

Obwohl die True North an jeder Küste den Zugang ans Land findet, kommt auch das Wasser als Element nicht zu kurz. Mit sechs Abenteuerbooten geht es wahlweise zum Angeln, Schnorcheln, Tauchen oder einfach zum Sightseeing.

Ein tropischer Schauer dauert zum Glück nicht lang. Zeit genug aber, um für das Foto die Taucherbrille anzuziehen / © FrontRowSociety.net, Foto: Georg Berg
Ein tropischer Schauer ist intensiv, dauert zum Glück aber nicht lang. Zeit genug, um für das Foto die Taucherbrille anzuziehen / © FrontRowSociety.net, Foto: Georg Berg

Den Ruf als die perfektesten Segler haben die Polynesier schon ewig. Bis heute werden sie von auch von modernen Seefahrern für ihr Talent bewundert. Die Fahrt in einem klassischen Auslegersegelboot wird zu einem unvergesslichen Erlebnis.

Das für Polynesien typische Prau ist ein hochseetaugliches Segelboot mit Deltaflügel und einem Ausleger, der immer auf der dem Wind zugewandten Luv-Seite liegt / © FrontRowSociety.net, Foto: Georg Berg
Das für Polynesien typische Prau ist ein hochseetaugliches Segelboot mit Deltasegel und einem Ausleger, der konstruktionsbedingt auf der dem Wind zugewandten Luv-Seite liegen muss / © FrontRowSociety.net, Foto: Georg Berg
Der Rumpf besteht aus dünnem Hartholz. Er ist schmal, lang und bietet wenig Platz. Während der Fahrt wird das herein spritzende Wasser laufend raus geschöpft / © FrontRowSociety.net, Foto: Georg Berg
Das klassische Boot ist ist schnell, schmal und bietet wenig Platz. Der Rumpf besteht aus dünnem Hartholz. Während der Fahrt muss das herein spritzende Wasser laufend raus geschöpft werden / © FrontRowSociety.net, Foto: Georg Berg
Die Besatzung besteht aus mindestens drei Personen. Hinten bestimmt eine den Anstellwinkel des Segels und ein anderes Besatzungsmitglied steuert durch Gewichtsverlagerung. Mit einem losen Paddel kann geringfügig mitgesteuert werden / © FrontRowSociety.net, Foto: Georg Berg
Die Besatzung besteht aus mindestens drei Personen. Von den beiden hinten bestimmt eine den Anstellwinkel des Segels und ein anderes Besatzungsmitglied steuert mit einem losen Paddel aber hauptsächlich durch Gewichtsverlagerung / © FrontRowSociety.net, Foto: Georg Berg
Das dritte Besatzungsmitglied eines Praus kümmert sich um die Spitze des Segels. Da das Boot längssymmetrisch ist, werden Heck und Bug beim Richtungswechsel ausgetauscht. Auf dem Bild wird die Segelspitze umgetragen / © FrontRowSociety.net, Foto: Georg Berg
Das dritte Besatzungsmitglied eines Praus kümmert sich um die Spitze des Segels. Da das Boot längssymmetrisch ist, werden Heck und Bug beim Richtungswechsel ausgetauscht. Das Boot kreuzt also vorwärts und rückwärts. Auf dem Bild wird die Segelspitze zum anderen Ende umgetragen / © FrontRowSociety.net, Foto: Georg Berg

Die traditionellen Prau-Boote konnten es bis vor kurzem mit den schnellsten High-Tech-Booten beim Americas Cup aufnehmen. Den Grund vermutet man in der besonderen Aerodynamik des auch Krebsscherensegel genannten dreieckigen Deltasegels. Kaum zu glauben, dass diese Technik schon vor 10.000 Jahren hier in Polynesien erfunden wurde.

Kulturelle Vielfalt und politische Trennung

Auf der 11-tägigen Tour mit der True North gewinnen wir bei den zahlreichen Landgängen einen recht repräsentativen Eindruck von dem Land mit der weltweit größten kulturellen Vielfalt. Auf Papua Neuguinea werden 830 verschiedene Sprachen gesprochen und es ist gut, mit Simon Tewson jemanden an Bord zu haben, der neben der reibungslosen Verständigung auch selbst ständig auf der Suche ist. So konnte er beim Aufenthalt in Bougainville den Vizepräsidenten der autonomen Region zu einem Besuch an Bord überreden.

Raymond Masono, der Vizepräsident der autonomen Region Bougainville erklärt an Bord der True North die Regierungspolitik nach dem Referendum zur Unabhängigkeit / © FrontRowSociety.net, Foto: Georg Berg
Raymond Masono, der Vizepräsident der autonomen Region Bougainville erklärt an Bord der True North die Regierungspolitik nach dem Referendum zur Unabhängigkeit / © FrontRowSociety.net, Foto: Georg Berg

Bougainville war bis zum Ersten Weltkrieg eine deutsche Kolonie und stand danach unter englischem, japanischem, neuseeländischen und australischem Einfluss. Auch als es 1974 dem in die Unabhängigkeit entlassenen Papua Neuguinea zugeschlagen wurde, konnten sich die sehr naturverbundenen Bewohner nicht mit der Fremdbestimmung abfinden. Zumal der für die Zentralregierung lukrative Kupfertagebau in der Panguna-Mine weite Landstriche Bougainvilles vergiftet und für Jahrzehnte unbewohnbar gemacht hat.

Die stillgelegte Panguna Kupfermine auf Bougainville / © True North, Foto: Oliver Oldroyd
Die stillgelegte Panguna Kupfermine auf Bougainville / © True North, Foto: Oliver Oldroyd

Nach dem Bürgerkrieg gegen die Regierungsarmee von Papua Neuguinea und einer jahrelanger Übergangsphase als autonome Region stand bei unserer Ankunft in Bougainville fest, dass die Volksabstimmung mit 98 Prozent zugunsten der Unabhängigkeit ausgefallen ist.

Eine Woche nach dem Unabhängigkeitsreferendum sieht man nur noch Reste der Plakate, die für die Teilnahme geworben haben / © FrontRowSociety.net, Foto: Georg Berg
Eine Woche nach dem Unabhängigkeitsreferendum sieht man nur noch Reste der Plakate, die für die Teilnahme geworben haben / © FrontRowSociety.net, Foto: Georg Berg
Überall auf der Insel Bougainville werden wir mit guter Laune empfangen / © FrontRowSociety.net, Foto: Georg Berg
Überall auf der Insel Bougainville werden wir mit guter Laune empfangen / © FrontRowSociety.net, Foto: Georg Berg

Nach Jahren der Isolation und politischer Ungewissheit macht sich Zuversicht breit. Wer erfährt, dass ich aus Deutschland komme, drückt die Hoffnung aus, dass Bougainville auch bei uns wahrgenommen und bald als neues Mitglied in die internationale Staatengemeinschaft aufgenommen wird.

Die Bewohner Bougainvilles fallen auch in der Südsee durch ihre besonders dunkle Haut auf / © FrontRowSociety.net, Foto: Georg Berg
Die Bewohner Bougainvilles fallen auch in der Südsee durch ihre besonders dunkle Haut auf. Hier der Musiker einer typischen Bamboo-Band / © FrontRowSociety.net, Foto: Georg Berg

Wet-Landing am Strand

Immer wenn Simone, unsere Cruise Direktorin eine feuchte Landung ankündigt, beginnt für die Gäste das Abenteuer schon am Strand.

Den Moment zwischen zwei Wellen abpassend geht es mit beherztem Satz durch die Brandung / © FrontRowSociety.net, Foto: Georg Berg
Den Moment zwischen zwei Wellen abpassend geht es mit beherztem Satz durch die Brandung / © FrontRowSociety.net, Foto: Georg Berg

Selbst wenn es viel Motion on the Ocean gibt, wie Kapitän Gav größere Wellen auch rhetorisch zu bändigen versteht, bringt seine Mannschaft alle Gäste wohlbehalten an Land.

Die Ankunft der Fremden wird an Land mit Spannung verfolgt / © FrontRowSociety.net, Foto: Georg Berg
Die Ankunft der Fremden wird an Land mit Spannung verfolgt. Der Paradiesvogel ist das Wappentier Papua Neuguineas / © FrontRowSociety.net, Foto: Georg Berg

Die Begegnung mit den Einheimischen läuft überall sehr respektvoll ab. Mit nützlichen Mitbringseln revanchieren sich einzelne Passagiere der True North für die Gastfreundschaft, die sie schon auf früheren Reisen miterlebt haben.

Fischerei-Zubehör ist ein perfektes Gastgeschenk. Die gerechte Verteilung wird vor allen Augen in die Hand des Dorfoberhauptes gelegt / © FrontRowSociety.net, Foto: Georg Berg
Fischerei-Zubehör ist ein perfektes Gastgeschenk. Die gerechte Verteilung wird vor allen Augen in die Hand des Dorfoberhauptes gelegt / © FrontRowSociety.net, Foto: Georg Berg

Neben Fischerei-Zubehör und Geld sind es vor allem Bälle und Schreibwaren für die Schulkinder, mit denen die True North die Bevölkerung unterstützt. Vor allem im Austausch mit den örtlichen Lehrern ist zu erfahren, was auf den extrem abgelegenen Inseln dringend benötigt wird. Kaum vorstellbar: Einen Arzt sehen die Leute nur einmal im Jahr – manchmal.

Cricket statt Kampf

Auf den Trobriand Inseln, die wegen der hier herrschenden freizügigen Sexualvorstellungen auch als die Inseln der Liebe bezeichnet werden, wurden wir zu einem sportlichen Wettkampf herausgefordert.

Mit den internationalen Cricketregeln muss man nicht unbedingt vertraut sein, um hier mitspielen zu dürfen / © FrontRowSociety.net, Foto: Georg Berg
Mit den internationalen Cricketregeln muss man nicht unbedingt vertraut sein, um hier mitspielen zu dürfen / © FrontRowSociety.net, Foto: Georg Berg

Das Cricketspiel ist auf den Trobriand Islands eingeführt worden, um die Streitlust der Männer in friedliche Bahnen umzulenken. Bunt und farbenfroh marschieren die beiden Mannschaften brüllend in die Arena. Ihre Kampfschreie gehen auch beim Spiel durch Mark und Bein und man möchte nicht wissen, wie die Übersetzung lautet. Zunächst spielen die beiden einheimischen Mannschaften gegeneinander. Nach und nach übernehmen dann auch die ausländischen Besucher eigene Rollen als Werfer oder Schläger.

Nach dem Spiel wird gemeinsam getanzt / © FrontRowSociety.net, Foto: Georg Berg
Nach dem Spiel entspannt man sich wieder und es wird gemeinsam getanzt / © FrontRowSociety.net, Foto: Georg Berg

Überall auf Papua Neuguinea wird gerne gefeiert und gesungen. Sing-Sing nennen sich diese Feste in der gemeinsamen Pidgin-Sprache auch wenn sie sich stark voneinander unterscheiden.

Erinnerungsfoto für die Pinwand: Chefreporter Georg Berg mit dem siegreichen Spielführer / © FrontRowSociety.net
Erinnerungsfoto für die Pinwand: Chefreporter Georg Berg mit dem siegreichen Spielführer / © FrontRowSociety.net
Auf der True North sind mehrere Reportagen für FrontRowSociety entstanden:
Reisen in Australien – worauf müssen sich europäische Touristen einstellen? Nützliche Hinweise von Chefreporter Georg Berg: Down Under als europäischer Tourist
Auf der True North sind alle Aktivitäten und Vorträge im Gesamtpaket enthalten. Zu besonders spektakulären Zielen startet der Hubschrauber vom Dach der True North. Die Flüge kosten extra, sind sehr begehrt und müssen einen Tag im Voraus gebucht werden.
Um sich an die Zeitdifferenz von 9 Stunden zu gewöhnen, empfiehlt sich die Kombination mit weiteren Reisezielen in Nord-Australien. Z.B. zu folgenden von FrontRowSociety erprobten Destinationen:

Die Reisereportage ist von True North Adventure Cruises unterstützt worden. Eine inhaltliche Einflussnahme ist damit nicht verbunden
Reisen, von denen man verändert zurück kommt, sind kennzeichnend für transformativen Tourismus.

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