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Die Provence ist eine der schönsten und ältesten Kulturlandschaften der Welt. Seit mehr als 2.000 Jahren bauen die Menschen hier Wein und Oliven an. Weinberge und Olivenhaine erstrecken sich über rund 200 Kilometer durch die Departements Var, Bouches-du-Rhone und einen Teil von Alpes-Maritimes. Es ist ein kalter Morgen im November an der Côte d’Azur und wir sind verabredet zu einer Rundfahrt über das Anwesen von Chateau Léoube am Ortsrand von Bormes-Les-Mimosas im Department Var. Auf Chateau Léoube wird auf rund 68 Hektar Wein angebaut und auf weiteren 23 Hektar Land stehen Olivenbäume. Das Anwesen umfasst mehr als 500 Hektar und grenzt über vier Kilometer an das Mittelmeer, das auch im November so azurblau leuchtet, wie einst der Dichter Stéphen Liégeard es in seinem gleichnamige Buch beschrieben hat. Saint Tropez, die Wiege des Jet-Sets mit mondänen Nachtclubs und schnittigen Luxusjachten in der Marina ist nur 40 Kilometer weit entfernt.

Die Zufahrt von Chateau Leoube. Das Anwesen erstreckt sich vier Kilometer entlang der Küste des Departements Var / © Foto: Georg Berg
Die Zufahrt von Chateau Leoube. Das Anwesen erstreckt sich vier Kilometer entlang der Küste des Departements Var / © Foto: Georg Berg

Unser Besuch auf Chateau Léoube ist ganz dem Thema Oliven gewidmet. Die Olivenbäume von Léoube sind auf einer Mischung aus Schiefer- und Lehmböden gepflanzt und profitieren von Sonnenschein und einer stetigen Meeresbrise. Auf dem Gelände stehen 4.700 Bäume, die in drei aufeinanderfolgenden Generationen gewachsen sind. Produziert werden auf Chateau Léoube zwei verschiedene Olivenöle.

Auf dem weitläufigen Gelände von Chateau Lèoube, das seit Jahrtausenden kultiviert wird, steht auch eine kleine Kapelle / © Foto: Georg Berg
Auf dem weitläufigen Gelände von Chateau Lèoube, das seit Jahrtausenden kultiviert wird, steht auch eine kleine Kapelle / © Foto: Georg Berg

Die Vegetation besteht hier aus Büschen und Sträuchern. Die Böden sind kalkhaltig und das trockene und warme mediterrane Klima mit seinem kalten Mistralwind kühlt im Sommer und schützt durch die Durchlüftung sowohl die Weinreben als auch die Olivenbäume vor Krankheiten. Eine gute Voraussetzung für den biologischen Ansatz, den die Eigentümer von Chateau Léoube verfolgen.

Auf dem Gelände von Chateau Leoube stehen drei Generationen von Olivenbäumen. Hier die älteren Bäume, etwas vereinzelter als spätere Anpflanzungen / © Foto: Georg Berg
Auf dem Gelände von Chateau Leoube stehen drei Generationen von Olivenbäumen. Hier die älteren Bäume, etwas vereinzelter als spätere Anpflanzungen / © Foto: Georg Berg

Das Anwesen wird erstmals Ende des 15. Jahrhunderts erwähnt. Seine Geschichte ist wechselvoll. Aber der Anbau von Wein und Oliven wird auf dem Gut von Anfang an verfolgt. Erst ab 1920 wird der Anbau etwas forciert. Mit der Übernahme 1997 durch Familie Bramford, eine britische Unternehmerfamilie, folgt die sukzessive Umstellung auf ökologische Landwirtschaft.

Olivenbäume bis zum Meer. Die kalkhaltigen Böden und der stete Meereswind beeinflussen die Qualität des Olivenöls / © Foto: Georg Berg
Olivenbäume bis zum Meer. Die kalkhaltigen Böden und der stete Meereswind beeinflussen die Qualität des Olivenöls / © Foto: Georg Berg

Romain Ott ist Produktionsleiter von Château Léoube. Er stammt aus einer bekannten Winzerfamilie in der Provence, ist aber auch verantwortlich für die Produktion des Olivenöls. Die Ernte der Oliven richtet sich auf Chateau Léoube nach der Recolte Tournante, dem Moment, wenn die Olive ihre Farbe von grün in violett-schwarz nimmt. Eigentlich war unser Plan, die Olivenernte auf Chateau Léoube zu begleiten, doch eine Woche vor dem Besuch gab es heftige Regenfälle in der Region und Produktionsleiter Romain Ott, entschloss sich zu einer frühzeitigen Ernte. Auch in der Provence werden die Wetterlagen extremer, berichtet uns Emilie Avignon. Sie ist auf Chateau Léoube für das internationale Marketing verantwortlich und fährt uns mit einem Geländewagen durch die hügeligen Olivenhaine. Im Jahr 2021 hat es von Mai bis November nicht geregnet, berichtet Emilie. In den Jahren davor war es ähnlich. Seit zwei Jahren wird daher ein Teil der Olivenhaine auch bewässert. Früher wurde der Regen von den Hügeln des Hinterlandes auf die Olivenhaine geleitet. 2021 gab es statt des ersehnten Regens ein bedrohliches Feuer auf den Hügeln. Die verkohlten Bergkämme sind noch gut sichtbar.

Blick von den Olivenhainen Richtung Chateau Léoube. Im Hinterland eine Hügelkette als Wetterschutz / © Foto: Georg Berg
Blick von den Olivenhainen Richtung Chateau Léoube. Im Hinterland eine Hügelkette als Wetterschutz / © Foto: Georg Berg

Der Defender rumpelt über das weitläufige Gelände. Wir fahren durch ein großes Gebiet mit insgesamt 4.700 Olivenbäumen. Der Boden wird für ein besseres Gleichgewicht der Bäume vollständig bearbeitet. Auf chemische Unkrautvernichter wird verzichtet. Auf dem Gelände liegt auch eine alte Kapelle. Die Bucht von Pellegrin gehört ebenfalls zum Anwesen von Chateau Léoube. Der Strand zählt zu den schönsten im Department Var. Uralte Pinien neigen sich über den Sandstrand und spenden im Sommer einen natürlichen Schatten. Das Café Léoube öffnet jedes Jahr im April. Die Küche arbeitet ausschließlich mit Bio-Produkten und natürlich wird hier der eigene Wein, insbesondere, der für die Region typische Roséwein angeboten. An dieser Strandkulisse, die im Sommer ein wenig an die Karibik erinnert, werden Yogakurse, Kino-Nächte und Konzerte veranstaltet.

Uralte Pinien neigen sich über den Sandstrand von Pellegrin. Die Bucht gehört zum Chateau Léoube. Ab April öffnet das Café Léoube im Schatten der Pinienbäume und mit Blick aus das Meer / © Foto: Georg Berg
Uralte Pinien neigen sich über den Sandstrand von Pellegrin. Die Bucht gehört zum Chateau Léoube. Ab April öffnet das Café Léoube im Schatten der Pinienbäume und mit Blick aus das Meer / © Foto: Georg Berg

Seit mehr als 20 Jahren werden die Weinberge und Olivenhaine im Auftrag der Familie Bramford nach den Grundsätzen des ökologischen Landbaus bewirtschaftet. 1998 begannen Anthony und Carol Bramford mit diesem Prozess der Umwandlung. Die Grundstücke wurden neu geordnet, die Böden mit Sorgfalt bearbeitet und die Rebstöcke wurden entsprechend dem Wasserfluss gepflanzt, um Erosion zu vermeiden. Der Einsatz aller Pestizide und Chemikalien wurde verboten, um im Einklang mit der Natur zu arbeiten. Carol Bramford ist in ihrer Heimat Großbritanien eine Pionierin der nachhaltigen und biologischen Landwirtschaft. In der Grafschaft Gloucestershire eröffnete sie 2002 den Bio-Bauernhof Daylesford.

Ein Großteil der ausgeprägten Aromen von Léoube kommt von seinem Boden und der Nähe zum Meer. Die Bramfords bezogen bei der Umstellung auf Bioproduktion ihren neuen Nachbarn und erfolgreichen Winzer Jean-Jacques Ott, ein. Ihm folgte später sein Sohn Romain Ott.

Die beiden Sorten Olivenöl von Château Léoube. Premium und Azur / © Foto: Georg Berg
Die beiden Sorten Olivenöl von Château Léoube. Premium und Azur / © Foto: Georg Berg

Auf Chateau Léoube werden zwei Sorten Bio-Olivenöle produziert. Das Erste ist eine Hommage an die Côte d’Azur mit den Olivensorten der Provence Picholine und Aglandau. Das Öl hat bei der Pressung noch einen höheren Anteil grüner Oliven. Dies verleiht ihm eine grüne Fruchtigkeit mit einer Bitternote im Abgang, Das Olivenöl Côte d’Azur Chateau Léoube ist kräftig und stabil, so dass es auch für heiße Speisen verwendet werden kann. Das Premiumöl von Léoube bindet in einem Blend auch typische italienische Olivensorten ein. Leoube Premium vereint Olivensorten der Provence wie Olivette, Aglandau, Bouteillan, Picholine und Cayon mit Pendolino-, Moraiolo- und Frantoïo-Oliven aus Italien. Sie geben dem Öl eine zusätzliche Frische. Das Olivenöl hat einen feinen dezenten Geschmack nach grünen Tomaten und frischen Kräutern. Léoube Weine werden mittlerweile in über 30 Ländern auf der ganzen Welt verkauft und auch das Olivenöl von Lèoube ist in ausgewählten Feinkostadressen in Deutschland erhältlich.

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Angela Berg ist Ressortleiterin Food bei FrontRowSociety - The Magazine