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Wir begegnen ihnen besonders häufig in Städten. Sie sind Ausdruck ihrer Zeit. Mahnmal der Geschichte. In Stein gemeißelte Glorifizierung oder Ausdruck einer mühsam erkämpften Erinnerungskultur. Manche sind über die Zeit zum Kunstwerk erhoben worden, andere haben als Kunstwerk begonnen und wurden vom Denkanstoss zum Denkmal. Wieder andere wurden von der Natur erschaffen und werden vom Menschen als Denkmal verehrt. Gemeinsam ist allen Denkmälern dieser Welt ihr Beitrag zur Bildung. Ohne sie würden wir alle ein bisschen ungebildeter von einer Reise zurückkehren. Es gibt also genug Gründe anlässlich des Internationalen Tag des Denkmals, der jedes Jahr am 18. April das Augenmerk auf die Denkmäler der Welt lenkt, eine kleine Auswahl zusammenzustellen.

Kunst und Denkmal in Kassel

Der Parthenon der Bücher – und täglich wird die Konstruktion, die in ihrer Dimension ein Nachbau des Tempels auf der Akropolis ist, massiver und mit weiteren Büchern bestückt / © FrontRowSociety.net, Foto: Georg Berg
Der Parthenon der Bücher – und täglich wird die Konstruktion, die in ihrer Dimension ein Nachbau des Tempels auf der Akropolis ist, massiver und mit weiteren Büchern bestückt / © Foto: Georg Berg

Beginnen wir in Kassel. Denn diese Stadt ist gespickt mit Kunstwerken, die zum Denkmal wurden. Alle fünf Jahre im Rahmen der documenta wird die Stadt zu einer großen Bühne zeitgenössischer Kunst und arbeitet dabei auch mit den vorhandenen Denkmälern. Sie werden verhüllt, stoßen Rauchsignale aus oder bekommen einen Tempel an die Seite gestellt. Dies alles ist passiert auf der letzten documenta 2017. Hier geht es zur Reportage über Kassel und die documenta. Kassel ist übrigens nicht nur in documenta-Zeiten eine Reise wert.

Die Türme des Bamberger Doms St. Peter und St. Georg hinter einem Kastanienbaum und anderen Gebäuden der Bergstadt Bamberg / © FrontRowSociety.net, Foto: Georg Berg
Die Türme des Bamberger Doms St. Peter und St. Georg hinter einem Kastanienbaum und anderen Gebäuden der Bergstadt Bamberg / © Foto: Georg Berg

Denkmal in der Stadt – Hier herrscht hohe Denkmaldichte

In den Städten laufen wir an vielen Denkmälern oft vorbei. Ihre Dichte ist einfach zu hoch. Würde man sie alle verstehen wollen und Hintergründe erkunden, käme man in vielen Städten gar nicht vom Fleck. Bamberg ist so ein Fall. Wunderschönes Flächendenkmal, reiches Weltkulturerbe, schöne Altstadt, verlockende Gasthöfe und Restaurants. Das soll jetzt nicht bedeuten, dass man eine Stadt mit viel Geschichtspotential meiden soll, man muss nur eine Wahl treffen. In Bamberg haben wir uns statt mit Barock mit Bier beschäftigt.  Allein in der Stadt gibt es 13 Brauereien und 50 verschiedenen Biersorten. Zum Weltkulturerbe gehört in Bamberg nicht nur die Altstadt, sondern auch die Gärtnerstadt. Bamberger Familien bewirtschaften seit Jahrhunderten historische Anbauflächen mitten im Stadtgebiet. Ein ganz besonderes Denkmal.

Denkmal auf dem Land – mystische Orte mit Geschichte

Auf dem Land ist die Wahrnehmung von Denkmälern eine andere. Liegt ein Denkmal auf einem Hügel, steht es an einer Klippe, am Ende eines Sees oder mitten auf einer Schafsweide, passiert oft das Gegenteil. Man wird regelrecht angezogen von diesen Überresten der Vergangenheit. Hier drei Beispiele aus dem oft so mystisch wirkenden Schottland und Irland.

Hier steht der Meeresgott Manannan Mac Lir und natürlich hält man an einem solchen Ort an, auch wenn es noch so windig ist. Gortmore ist ein atemberaubender Aussichtspunkt an der Bishop's Road in Nordirland und ist Teil der Causeway Coastal Route. An einem klaren Tag kann man von hier bis Donegal und die Inseln Islay und Jura an der Westküste Schottlands schauen. Wie gut, dass der Meeresgott uns Einhalt geboten hat! / © FrontRowSociety.net, Foto: Georg Berg
Hier steht der Meeresgott Manannan Mac Lir und natürlich hält man an einem solchen Ort an, auch wenn es noch so windig ist. Gortmore ist ein atemberaubender Aussichtspunkt an der Bishop’s Road in Nordirland und ist Teil der Causeway Coastal Route. An einem klaren Tag kann man von hier bis Donegal und die Inseln Islay und Jura an der Westküste Schottlands schauen. Wie gut, dass der Meeresgott uns Einhalt geboten hat! / © Foto: Georg Berg
Schottland, Glenfinnan, Loch Shiel. Hier steht das Denkmal von Bonnie Prince Charlie, der 1745 an dieser Stelle den zweiten Jakobitenaufstand ausrief. Dieser Kampf um die Unabhängigkeit von England wurde bereits 1746 in der Schlacht von Culloden niedergeschlagen / © FrontRowSociety.net, Foto: Georg Berg
Schottland, Glenfinnan, Loch Shiel. Hier steht das Denkmal von Bonnie Prince Charlie, der 1745 an dieser Stelle den zweiten Jakobitenaufstand ausrief. Dieser Kampf um die Unabhängigkeit von England wurde bereits 1746 in der Schlacht von Culloden niedergeschlagen / © Foto: Georg Berg
Ein Steinkreis nahe Glengorm Castle auf der Isle of Mull in Schottland. Nicht mehr als ein paar aufrecht stehender Steine auf einer Wiese. Aber ihre Anordnung lässt erahnen, dies ist ein besonderer Ort / © FrontRowSociety.net, Foto: Georg Berg
Ein Steinkreis nahe Glengorm Castle auf der Isle of Mull in Schottland. Nicht mehr als ein paar aufrecht stehender Steine auf einer Wiese. Aber ihre Anordnung lässt erahnen, dies ist ein besonderer Ort / © Foto: Georg Berg

Naturdenkmäler – in Japan und Sri Lanka

Dann gibt es die Denkmäler, die die Natur geschaffen hat. Manche von ihnen erreichen den Status einer Gottheit. So zum Beispiel der Berg Fuji in Japan. In der Stadt Fujinomiya steht sogar das Mount Fuji World Heritage Centre. Die Stadt liegt am Fuße des Mount Fuji in der Präfektur Shizuoka. Fujinomiya ist die Stadt, die am nächsten am Helligen Berg Japans liegt. Nur in einem kurzen Zeitfenster in den Sommermonaten ist es möglich, auf den 3.776 Meter hohen und heiligen Berg Japans zu steigen. in allen anderen Monaten bleibt ein Besuch im Museum. Hier geht es zu einer Auswahl an Reportagen über Reiseziele in Japan rund um den Mount Fuji.

Fuji versteckt sich meist hinter einem Wolkenschleier und wird deshalb in Japan als schüchterne Göttin verehrt / © FrontRowSociety.net, Foto: Georg Berg
Fuji versteckt sich meist hinter einem Wolkenschleier und wird deshalb in Japan als schüchterne Göttin verehrt / © Foto: Georg Berg
Die Shiraito Wasserfälle werden aus dem Wasser des Mount Fuji gespeist / © FrontRowSociety.net, Foto: Georg Berg
Die Shiraito Wasserfälle werden aus dem Wasser des Mount Fuji gespeist / © Foto: Georg Berg

Die Felsenfestung Sigiriya in Sri Lanka ist ein UNESCO-Weltkulturdenkmal. Wenn man die am Aufstieg auf den Megalithen liegenden historischen Graffiti richtig interpretiert, handelt es sich wohl um eine der weltweit ältesten Touristenattraktionen. Nach einem steilen und recht mühevollen Aufstieg wird man mit einem atemberaubenden Blick hinab von der Felsenfestung über die Reisfelder bis hin zu einem Gebirgszug belohnt. Hier geht es zur Reportage über Sri Lanka als lohnendes Reiseziel.

Die Wassergärten befinden sich im flachen Teil der Burganlage / © FrontRowSociety.net, Foto: Georg Berg
Die Wassergärten befinden sich im flachen Teil der Burganlage / © Foto: Georg Berg
Atemberaubender Blick von der Felsenfestung Sigiriya über Reisfelder und in der Ferne liegende Gebirgszüge / © FrontRowSociety.net, Foto: Georg Berg
Atemberaubender Blick von der Felsenfestung Sigiriya über Reisfelder und in der Ferne liegende Gebirgszüge / © Foto: Georg Berg

Jeder ist ein Denkmal oder das satirische ICH

Zu guter Letzt nochmal ein Blick nach Kassel. Der Sockel aus rotem Sandstein, auf dem in Versalien ICH steht, wurde vom Kasseler Steinbildhauer Siegfried Böttcher nach den Plänen des Satirikers Hans Traxler angefertigt. Das ICH-Denkmal ist eine Einladung an jede und jeden, sich zu erheben und einzigartig zu fühlen. Leider gibt es immer mehr Menschen, die einen solchen Sockel stets im Kopf tragen und an ihrer Einzigartigkeit nicht den geringsten Zweifel hegen. Die Selfie-Queen im Hintergrund des Fotos scheint zu dieser gar nicht mehr so seltenen Spezies zu gehören.

Lange mussten wir für dieses Foto warten. Denn die Dame auf der Parkbank brauchte ewig, um sich per Selfie-Stick auf dem Sockel zu fotografieren / © FrontRowSociety.net, Foto: Georg Berg
Lange mussten wir für dieses Foto warten. Denn die Dame auf der Parkbank brauchte ewig, um sich per Selfie-Stick auf dem Sockel zu fotografieren / © Foto: Georg Berg
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Angela Berg ist Ressortleiterin Food bei FrontRowSociety - The Magazine