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Immer am ersten Freitag im August wird er gefeiert, der Internationale Tag des Bieres. Am International Beer Day, der in diesem Jahr auf den 6. August fällt, geht es nicht nur um die klassischen Biersorten oder gar um das deutsche Reinheitsgebot. Es geht vielmehr darum, alle Biersorten und Bierstile weltweit zu feiern und mit ihnen die Menschen, die auf der ganzen Welt Bier produzieren. Dieser Tag soll auch dazu ermuntern, einmal andere Biersorten zu probieren. Zum Beispiel ein Craftbeer von einem Mikrobrauer, ein Zoiglbier gebraut in einem Kommunbrauhaus oder ein Importbier. Die Vielfalt auf dem Biermarkt ist enorm, also warum nicht mutig sein und etwas Neues wagen. Wir haben zum Internationalen Tag des Bieres einige unserer Bier-Reportagen zusammengestellt.

 

Auch Redakteurin Angela Berg ist großer Bierfan. In Irland ist sie passend zur Haarfarbe auf ein kühles Blondes gestoßen / © FrontRowSociety.net, Foto: Georg Berg
Am Internationalen Tag des Bieres mal was Neues wagen – die Vielfalt der Biersorten ist enorm/ © FrontRowSociety.net, Foto: Georg Berg

Brauerei zum Klosterhof bei Heidelberg

In der Brauerrei zum Klosterhof wird Bio-Bier gebraut. Einst standen hier die Milchkühe der Benediktiner Mönche. Mit dem zunehmenden Alter der letzten hier lebenden Mönche reduzierte sich die nachhaltig betriebene Landwirtschaft. Zuletzt mussten Gewerke aufgrund des hohen Alters der Mönche aufgegeben werden. Dann entdeckten zwei Bierbrauer, die zuvor nur klassisches Industriebier hergestellt hatten, das malerische Gelände und sahen Chancen für einen Neuanfang. Ein Besuch in der Bio-Bier-Brauerei. Hier geht es zur Reportage über die Brauerei zum Klosterhof.

Das Team der Brauerei zum Klosterhof arbeitet täglich mit Herz, Verstand und jeder Menge Leidenschaft / © Redaktion FrontRowSociety.net

Die Bierlegende – Bamberger Rauchbier

Auch noch lange nach dem Erlass zum Reinheitsgebot von 1516 war allen Bieren ein Raucharoma gemein. Das Gerstenmalz ist ein kurz gekeimtes und wieder getrocknetes Getreide. Beim Trocknen in der Darre kommen durch ein Feuer mit Harthölzern wie Eiche und Buche Raucharomen in das Malz und später auch in den Biersud. Noch heute wird in der Rauchbierbrauerei Schlenkerla in Bamberg ein Rauchbier produziert, dass uns eine Vorstellung davon gibt, wie Bier im Mittelalter geschmeckt haben könnte. Hier geht es zur Reportage über die Rauchbierbrauerei Schlenkerla in Bamberg

Matthias Trum von der Schlenkerla Bräu in 6. Familiengeneration vor dem Holzofen. In der Hand hält er eine Zeichnung zur industriellen Malztrocknung nach Sir Nicholas Halse. Die Engländer waren die ersten, die den Rauch aus dem Bier verbannten. Um 1800 wurde durch Georg Sedlmeyer von der Münchner Spaten-Brauerei die erste Nichtrauch-Darre auch in Deutschland gebaut / © FrontRowSociety.net, Foto: Georg Berg
Matthias Trum Chef der Schlenkerla Bräu in 6. Generation vor dem Holzofen, der die Darre befeuert. In der Hand hält er eine Zeichnung über die industrielle Malztrocknung, die dazu führte, dass der Rauchgeschmack aus dem Bier verbannt werden konnte / © FrontRowSociety.net, Foto: Georg Berg

Luther’s Lieblingsbier stammt aus Einbeck

Einbeck im Münsterland ist schon seit langem für sein gutes Bier, insbesondere für sein Bock-Bier bekannt. Das Einbecker oder Ainpöckisch ging in die Geschichte als das Lieblingsbier von Martin Luther ein. Allein in Einbeck gab es im 14. Jahrhundert ungefähr 700 Brauherren. In vielen Gegenden Deutschlands sind noch unterirdische Tiefenkeller vorhanden, die ab dem 14. Jahrhundert als Lagerstätte für das nahrhafte Getränk genutzt wurden, das damals definitiv gesünder war, als das oft keimbelastete Trinkwasser. Das Ainpöckisch Bier aus Einbeck ist seit Jahrhunderten ein Exportschlager. Hier geht es zur Reportage über das Einbecker Bier und warum Luther es so zu schätzen wusste.

Mit Luthers Lielingsbier lässt sich die Wartezeit verkürzen / © Redaktion FrontRowSociety.net

Die Zoigl-Kultur aus der Oberpfalz – Ein Stern wird zum Bieranzeiger

Die Oberpfalz ist ein guter Ort für eine Zeitreise zum Thema Bier. Zoigl wird traditionell nur in wenigen Gemeinden der Oberpfalz von Privatleuten, für den Eigenbedarf gebraut. Das Braurecht dazu ist im Grundbuch eingetragen und wird mit den zugehörigen Gebäuden verkauft oder vererbt.

Ausflüge in Orte wie Mitterteich oder Falkenberg bieten sich an, um die mittelalterliche Zoiglkultur kennenzulernen. Das Wesen der Zoigl-Tradition kann man in öffentlich zugänglichen Zoigl-Stuben erleben, die das Bier nach einem Zoigl-Kalender in wöchentlich wechselndem Turnus zusammen mit einfachen Gerichten verzapfen. Ist die Zoigl-Stube geöffnet, so wird dies durch einen Zoiglstern am Haus angezeigt. Hier geht es zur Reportage über die Oberpfalz und ihre Zoigl-Kultur.

Hier wird frisches Zoigl-Bier in den Garten des alten Pfarrhofs gebracht
Hier wird frisches Zoigl-Bier in den Garten des alten Pfarrhauses in Altenstadt in der Oberpfalz gebracht / © FronRowSociety.net, Foto: Georg Berg

Der traditionelle Brauprozess in einem Kommunbrauhaus

Der klassische Brauprozess ist regionales Kulturgut der Oberpfalz. Die Abläufe an einem typischen Brautag werden seit Generationen von der Zoigl-Rezeptur und der besonderen Konstruktion des denkmalgeschützten Brauhauses bestimmt. Wir haben in einer Reportage über den traditionellen Brauprozess den Brauvorgang im alten Kommunbrauhaus in Falkenberg begleitet.

Kurz vor dem Siedepunkt fügt Braumeister Sepp Neuber aus der Gemeinde Falkenberg Hopfen zur Stammwürze des zukünftigen Zoigl-Bieres. Das Aufkochen macht Bier zu einem „sicheren“ Getränk / © FrontRowSociety.net, Foto: Georg Berg
Kurz vor dem Siedepunkt fügt Braumeister Sepp Neuber aus der Gemeinde Falkenberg Hopfen zur Stammwürze des zukünftigen Zoigl-Bieres. Das Aufkochen macht Bier zu einem „sicheren“ Getränk / © FrontRowSociety.net, Foto: Georg Berg

The Reinheitsgebot – auch international ein Begriff

Das Reinheitsgebot auf Basis des bayerischen Erlasses gilt bis heute. Bier ist und bleibt ein Naturprodukt. Auch das Grundprinzip des Brauens hat sich nicht verändert. Im Unterschied zu Brauereien im Ausland, dürfen deutsche Brauer bis heute keine künstlichen Aromen, keine Enzyme und keine Konservierungsstoffe verwenden. Im Ausland wird vom German Beer Purity Law gesprochen. Aber auch the Reinheitsgebot wird unter Bierkennern verstanden.

Die Bierothek in Bamberg führt Biersorten aus aller Welt. Als Braumeister und Biersommelier kann Inhaber David Hertl viel über die Biere, ihre Zutaten und die Herstellung sagen / © FrontRowSociety.net, Foto: Georg Berg
Die Bierothek in Bamberg führt Biersorten aus aller Welt. Als Braumeister und Biersommelier kann Inhaber David Hertl viel über die Biere, ihre Zutaten und die Herstellung sagen / © FrontRowSociety.net, Foto: Georg Berg

 

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Angela Berg ist Ressortleiterin Food bei FrontRowSociety - The Magazine